unsere arbeitsweise


VOICE arbeitet mit Autoren aus der ganzen Welt zusammen. Das bedeutet, dass wir in einem sehr internationalen und kulturell vielfältigen Umfeld arbeiten, in dem wir geographische, kulturelle und sprachliche Unterschiede überbrücken. Unsere Arbeitsweisen hängen vom kulturellen Hintergrund und dem persönlichen Bedürfnis des jeweiligen Autors ab und können deshalb variieren. Wir unterstützen unsere Autoren in ihren Schreibprozessen und stehen jederzeit zur Verfügung, um bei Fragen oder Problemen persönlich helfen zu können, wenn vom Autor gewünscht.

 

Üblicherweise entwerfen VOICE-Autoren ihre Geschichten mithilfe unseres Teams schriftlich. Während der Zusammenarbeit mit unseren Autoren ist uns jedoch aufgefallen, dass diese besonders den ersten Entwurf als besonders herausfordernd und zeitintensiv empfinden. Da die meisten unserer Autoren unglaublich beschäftigt sind, ist das Letzte, was VOICE möchte, dass die Autoren von ihrer Arbeit abgehalten werden. Gleichzeitig möchten wir nicht, dass Autoren, die sich mit dieser schriftlichen Arbeitsweise weniger wohlfühlen, vor einer Zusammenarbeit zurückschrecken. Deshalb haben wir im November 2016 eine Alternative eingeführt. Auf diese Weise können Autoren, anstelle eines schriftlichen Entwurfs, ihre Erfahrungen mit ihren regionalen Kontaktpersonen in einer aufgezeichneten Unterhaltung besprechen, die dann durch das VOICE-Team aufgeschrieben und als erster Entwurf an den Autoren geschickt wird. Der Autor kann sodann auf dieser Basis weiterarbeiten.

 

Methode/Möglichkeit I: Schriftliche Entwürfe

Wenn Autoren lieber schriftliche erste Entwürfe ihrer Geschichten einreichen möchten, unterstützt sie das VOICE-Team dabei. Wie oben angemerkt, hängt unsere Arbeitsweise individuell von den jeweiligen Autoren ab. Grundsätzlich orientiert sich VOICE an einem Sieben-Stufen-Model.

1. Kontakt mit den autoren

Jedem Autor wird ein persönlicher Ansprechpartner aus unserem VOICE Team zur Seite gestellt. Häufig hören die Autoren von dem Projekt durch ein Mitglied des VOICE Teams, mit dem sie dann auch nach dem Beitritt in Kontakt bleiben. Wir achten besonders darauf, dass Autor und Kontaktperson gut zusammenpassen. Unsere Ansprechpartner kommen entweder selbst aus der jeweiligen Region für die sie bei VOICE verantwortlich sind oder haben aufgrund persönlicher oder beruflicher Aufenthalte besondere Erfahrung dort. Das bedeutet, dass sie mit der Kultur, den Traditionen und normalerweise auch der Sprache vertraut sind, was die Koordination mit den Autoren erheblich vereinfacht. Der persönliche Ansprechpartner steht auch bei Fragen und Problemen zur Verfügung und koordiniert den Schreibprozess für VOICE. Zusätzlich können die Autoren jederzeit Annina, die Projektleiterin kontaktieren, die mit den regionalen Ansprechpartnern in engem Kontakt steht.

 

2. Unterstützung beim Strukturieren von ideen

Die eigenen Erfahrungen zu Papier zu bringen kann eine sehr schwierige und manchmal auch einschüchternde Aufgabe sein. VOICE Berichte handeln von den persönlichen Erfahrungen ihrer Autoren, und daher ist jede Geschichte einzigartig. Wir ermuntern unsere Autoren ihre Geschichten auf ihre eigene Art und Weise zu erzählen. Aus Erfahrung wissen wir aber auch, dass manche Autoren es nicht leicht finden, ihre Erfahrung in Worte zu fassen, und nach einem Leitfaden für das Schreiben fragen. Viele Autoren finden es hilfreich, ihre Schreibvorhaben in einem informellen Umfeld mit einem unserer Teammitglieder zu besprechen. Das hilft ihnen häufig beim Ordnen ihrer Ideen und gibt ihnen einen Eindruck, wie sie ihre Arbeit strukturieren könnten und was genau sie sagen möchten.

 

Es ist keineswegs verpflichtend, Ideen vor dem ersten Entwurf zu besprechen. Dennoch steht unser Team zur Verfügung, sollten Autoren Unterstützung wünschen. Diese Hilfestellung kann verschiedene Formen annehmen: je nach Wunsch der Autoren reichen die Möglichkeiten von einem informellen Austausch mit dem persönlichen Ansprechpartner des Autors oder der Projektkoordinatorin über Skype oder via Email bis zu spezifischen Ratschlägen durch unsere redaktionelle Beraterin, Catherine. Diese Unterstützung soll Autoren bei der Entscheidung, worüber sie schreiben wollen, helfen, und ihnen das nötige „Werkzeug“ zum Schreiben geben. Dies zielt nicht darauf ab, die Autoren in eine bestimmte Richtung zu drängen! Wie eine Geschichte aussieht, entscheidet immer der Autor selbst.

 

3. entwurf

Im Anschluss an diesen möglichen Austausch mit unserem Team verfassen die Autoren einen ersten Entwurf ihrer Berichte. Dabei geht es darum, einen ersten Eindruck der Geschichte zu gewinnen, der nicht allumfassend sein muss. Es gibt keine formellen Regeln für das Schreiben für VOICE, und jeder Autor entscheidet selbst, was ihm wichtig erscheint. Unser Team steht jederzeit zur Verfügung, um auf diesem Weg unterstützend zu wirken. Um bei Fragen oder dem Verfassen der Berichte zu helfen, stehen außerdem Hinweise und Tipps zum Schreiben bereit. Diese Hinweise behandeln beispielsweise die mögliche Länge der Berichte oder Tipps zum Strukturieren der Ideen. Sie sind jedoch nicht verpflichtend und sollen den Autoren nur als Orientierungshilfe dienen.

 

4. Unterstützung beim Schreibprozess

Viele unserer Autoren haben keine Erfahrung mit dem Verfassen von Geschichten, insbesondere nicht von persönlichen Geschichten. In vielen Ländern ist das Schreiben von Geschichten in den Lehrplänen der Schulen nicht vorgesehen. Und selbst wenn es das ist, bleibt das Schreiben einer persönlichen Geschichte wie für VOICE immer eine Herausforderung. VOICE möchte deshalb den Autoren so gut wie möglich beim Schreiben zur Seite stehen. Der persönliche Ansprechpartner des jeweiligen Autoren, die Projektkoordinatorin und unserer redaktionelle Beraterin freuen sich, alle Fragen, die beim Entwerfen und Schreiben auftreten, zu beantworten. Das bedeutet nicht, dass wir den Autoren vorschreiben, was sie sagen sollen – im Gegenteil: wir versuchen ihnen das „Werkzeug“ zu geben, das es ihnen ermöglicht genau das zu erzählen, was sie sagen möchten.

 

5. Kommentare zum Entwurf

Wenn ein Autor seinen ersten Entwurf verfasst hat, wird dieser von der Projektkoordinatorin und dem persönlichen Ansprechpartner gelesen. Das VOICE Team selbst nimmt nie Änderungen an Berichten vor. VOICE Berichte sind die persönlichen Geschichten ihrer Autoren und jegliche Änderungen unterliegen aus diesem Grund den Autoren selbst. Trotzdem werden wir den Autor auf Stellen aufmerksam machen, wo weitere Erklärungen oder Details hilfreich sein könnten, besonders um kulturelle Unterschiede zu überbrücken. Ein Dorf in Bolivien zum Beispiel sieht völlig anders aus als ein Dorf in Kenia oder ein Dorf in Deutschland. Manchmal kann es also einer genaueren Beschreibung bedürfen, um diese Unterschiede hervorzuheben. Unsere Kommentare sollen den Autoren helfen, ihre Arbeit zu gliedern und für andere verständlich zu machen. Der Entwurf wird dem Autor zur weiteren Bearbeitung zurückgeschickt, sodass er entscheiden kann, ob und was er in dem Entwurf verändern möchte. Dieser Bearbeitungsprozess kann einige Entwürfe erfordern, bevor eine endgültige Fassung fertig ist.

 

6. Übersetzung

Nachdem die endgültige Fassung vorliegt, werden die Berichte ins Englische (sofern erforderlich) und ins Deutsche übersetzt. Unsere Übersetzer achten besonders darauf, kulturelle Bedeutungen und sprachliche Strukturen bei der Übersetzung beizubehalten, da diese Aspekte die VOICE Berichte ausmachen.

 

7. Veröffentlichung

VOICE Berichte werden unter dem Namen des Autors veröffentlicht. Autoren können sich, wenn die politischen Umstände es erfordern, auch dazu entscheiden, ihre Geschichte anonym zu veröffentlichen. In diesem Fall kennzeichnet ein Sternchen, dass ein Autor sich zum derzeitigen Zeitpunkt nicht in der Lage sieht, seinen Namen zu veröffentlichen. Da wir hoffen, dass solche Umstände sich rasch verändern, können die Autoren jederzeit entscheiden, ihren Namen preiszugeben. In diesem Fall wird das Sternchen in zukünftigen Veröffentlichungen mit ihrem Namen ersetzt. Gesammelte Berichte sollen in einem online Veröffentlichungsformat (wie zum Beispiel kindle) publiziert werden, um sie einer möglichst großen Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Methode / Möglichkeit II: Aufgezeichneter erster Entwurf

Wenn ein Autor oder eine Autorin sich für die zweite Methode entscheidet, wird er oder sie keinen schriftlichen ersten Entwurf erstellen. Anstelle dessen, werden Autoren mit ihren persönlichen VOICE-Kontaktpersonen über ihre Erfahrungen sprechen und ihre Geschichte in einer gemeinsamen Unterhaltung erzählen. Diese Unterhaltung wird sodann von der jeweiligen persönlichen VOICE-Kontaktperson aufgezeichnet und anschließend aufgeschrieben und als erster Entwurf an die Autorin oder an den Autor geschickt. Danach können Autor oder Autorin, unterstützt durch das VOICE-Team, wie üblich nach der ersten Methode an diesem Entwurf arbeiten. Auch hier hängt die Vorgehensweise individuell von den Autoren ab. Jedoch funktioniert auch die zweite Methode wie die erste Methode in sieben Schritten, wobei nur Schritt zwei und Schritt drei unterschiedlich sind.

 

 

2. Aufgezeichnete Unterhaltung

Die eigene Geschichte aufzuschreiben, kann ein sehr schwieriger und zeitaufwändiger Prozess sein. Um den Autoren mit dem ersten Entwurf zu helfen, bietet VOICE eine zweite Methode an. Im Gegensatz zur ersten Methode erstellen die Autoren nicht sofort einen schriftlichen Entwurf, den sie ihrer VOICE-Kontaktperson schicken. Anstelle führen sie mit ihrem persönlichen VOICE-Kontakt eine Unterhaltung via Skype oder Telefon und erzählen unserem Team-Mitglied von ihren Geschichten oder ihren Erfahrungen, die aufgezeichnet werden. Genau wie bei einem schriftlichen ersten Entwurf, steht es den Autoren frei, worüber sie sprechen wollen. Auch wenn unsere Team-Mitglieder mit offenen Fragen Hilfestellung geben können, um kulturelle Unterschiede zu überwinden, wird die Unterhaltung von den Autoren bestimmt. VOICE besitzt derzeit drei Diktaphone, um Unterhaltungen aufzuzeichnen.

 

3. Getippter erster Entwurf

Im Anschluss an die Unterhaltung wird das VOICE-Team die aufgezeichnete Unterhaltung aufschreiben und dem Autor mit einigen Fragen zur Reflektion zuschicken. Dieser getippte erste Entwurf wird dann zur Grundlage für die weitere Arbeit. Die Autoren können diesen Entwurf ganz nach ihren Vorstellungen bearbeiten und verändern. Anschließend wird der Entwurf dem persönlichen Kontakt zurückgeschickt, der ihn mit Kommentaren versehen, wie bei der ersten Methode, wieder an den Autor zurückgibt. Der verbleibende Prozess verläuft genau wie bei der ersten Methode, von der Unterstützung im Schreiben bis zur Veröffentlichung der Geschichte.


Unterstützung unserer Autoren…

VOICE unterstützt die Autoren nicht nur während des Schreibens. Viele unserer Autoren kommen aus oder arbeiten in Gebieten, wo der Zugang zu Technik oder den notwendigen Kommunikationsmitteln sehr schwer oder manchmal sogar unmöglich sein kann. Grenzübergreifendes Arbeiten, weite geographische Distanzen, Zeitzonen und unterschiedliche Infrastruktur sind tägliche Herausforderungen für das VOICE-Team und die VOICE-Autoren. Deshalb unterstützen wir unsere Autoren nicht nur während des Schreibens, sondern bieten auch zwei Laptops zum Ausleihen an, damit Autoren an ihren Geschichten arbeiten können, oder übernehmen die Versandkosten, wenn keine Internetverbindung verfügbar ist, um die Entwürfe an unser Team zu senden.


Interesse daran für VOICE zu schreiben? Fragen zu unseren Arbeitsweisen? Unsere redaktionelle Beraterin, unsere regionalen Kontaktpersonen und unsere Projektkoordinatorin geben gerne Auskunft per E-Mail über info@projectingvoices.org oder über das Kontaktformular. Weitere Informationen finden sich auch unter den FAQs.